uss man einen König noch vorstellen? Nein. Sollte man dieses Album mal gehört haben? Ja, unbedingt – allein schon wegen des majestätischen Aufgebots, das sich auf „Re: Generations“ um die 1965 verstorbene Jazz-Legende Nat King Cole versammelt: The Roots, Stephen & Damian Marley, Nas, Will.I.Am, Cee-Lo, Amp Fiddler und nicht zu vergessen Tochter Natalie Cole – um nur einige Namen des imposanten Line-ups zu nennen.
Das erklärte Ziel dieser CD ist es, Brücken zwischen den Generationen zu bauen und einen der ganz Großen seiner Zeit in das musikalische Gedächtnis der Generation iPod zurück zu rufen. Dazu wurden einige seiner größten Hits mit Hilfe der aus den Archiven von Capitol Records ausgekramten Original-Tonspuren neu eingespielt und der heutigen Zeit angepasst.
Den ersten Schritt der musikalischen Zeitreise auf dieser Platte macht Cee-Lo, der aus dem Jazz-Standard „Lush Life“ eine dramatische Uptempo-Nummer im typischen Gnarls Barkley-Stil zaubert. Anschließend nehmen sich Will.I.Am und Tochter Natalie Cole Papas ersten großen Mainstream-Erfolg „Straighten Up And Fly Right“ vor. Das Original wurde damals über 500.000-mal verkauft, weil das Ding einfach ein Ohrwurm ist. Die Coverversion rockt nicht weniger und steht ihrem Vorbild in nichts nach – Will.I.Am ist eben ein genialer Produzent, der weiß, was er tut und sogar aus Scheiße Gold machen könnte.
Einer der besten Tracks auf „Re: Generations“ wird vom aufstrebenden New Yorker Produzententeam Souldiggaz und ihrem rappenden Schützling Izza Kizza beigesteuert, die allesamt erst kürzlich von Timbaland bei seinem Label „Mosley Music Group“ gesignt wurden. „Hit that Jive, Jack“ ist eine zeitlose Tanznummer, zu der sogar Nat King Cole (er ruhe in Frieden!) unter der Erde noch mal das Tanzbein schwingen würde. Auch die Gebrüder Marley waren äußerst kreativ und steuern mit „Calypso Blues“ eine geile Reggae-Nummer bei, die meiner Meinung nach sogar besser ist als das Original. Was Musik-Genie Amp Fiddler dann noch aus „Anytime, Anyday, Anywhere“ macht, ist einfach nur gut oder wie man so schön sagt: ganz großes Kino! Ebenfalls positiv hervorzuheben sind außerdem – eigentlich wie immer – die Rap-Parts von Nas und The Roots Frontmann Black Thought. Beiden gelingt es, Rap und Jazz so miteinander zu kombinieren, als sei es das Normalste der Welt. Wie bei jedem VA-Sampler sind natürlich auch ein bis zwei unauffälligere Stücke dabei, dem Gesamtbild schaden sie aber kaum – zu verbuchen als Kollateralschaden.
Nat King Cole wurde in den 1950er Jahren in einer Reihe mit Namen wie Frank Sinatra und Dean Martin genannt. Es ist immer schwer, alte und staubige Musik für den heutigen Hörer attraktiv zu machen. Diese Tribute-Kompilation erfüllt die hohen Erwartungen jedoch, nicht zuletzt weil ebenfalls große Namen der heutigen Zeit herbeigerufen wurden, um ein Album mit viel Herz zu produzieren. „Re: Generations“ ist ein modernes Album (sogar Auto-Tune kommt leicht satirisch angehaucht zum Einsatz), das aber sicherlich auch Nat King Cole und Zeitgenossen gefallen würde.










