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"You Have the Right to Remain Awesome" von Electric President
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"You Have the Right to Remain Awesome" von Electric President

achdem Electric President endlich beim deutschen Morr Music Label Unterschlupf gefunden hatten, brachten sie fix ihren ersten Longplayer raus, der auch ganz gut von der Medienszene aufgenommen wurde. So lag es nahe einfach schnell was hinterher zu schmeißen, wobei man sich für zwei 7“-Platten mit jeweils 2 Songs entschied. Diese wollen wir uns dann mal anschauen.

Volume 1

Die A-Seite “Good Ol’ Boys” beeindruckt mich überhaupt nicht. Die Wärme, die das erste Album in seiner leicht melancholisch gefärbten Stimmung verstrahlte, wird unterdrückt von den zu stoischen Rhythmen. Natürlich ist der Song durchaus liebevoll produziert, wohl etwas elektrophiler als man es als Präsidentenfreund gewohnt ist, aber die Stimme und damit die Stimmung ist kalt und das missfällt mir einfach. Das Arrangement hat einen sehr marschierenden Charakter und man hat wirklich das Bild vor Augen, dass der Song auf einer Tartanbahn dahinschlurft. Ja, und ich warte halt als Hörer mal auf ein Ereignis, vielleicht mal eine Hürde (so ne Sportarten hab ich mal im Fernsehen gesehen, gibt’s also), oder zumindest mal ein verdammtes Ziel. Aber der Song kommt einfach nie an einem Ziel an.
„Dotted Lines“ ist doch aber ne ganz Ecke netter. Also netter, weil freundlicher und netter weil interessanter, schöner zu hören. Grooviges Intro macht schon Bock auf den Track, in dem dann später besonders das Schlagzeug Spaß macht, weil es ab und zu mal ordentlich Faxen auf den Hi-Hat macht. Im Vergleich zur A-Seite fällt auch auf, dass endlich wieder die Akustik-Klampfe dabei ist und es ist klar, dass sie damit wesentlich besser das ausdrücken können, was sie eigentlich wollen. Issen Guter!

Volume 2

Also zweite Rutsche! „I’m Not the Lonely Son“ fängt auch wieder dufte an und zwar richtig groovig: Bassdrum und Snare machen äußerst rythmisch den Anfang. Dann erhebt Ben Cooper seine Stimme und man hat das Gefühl, dass damit das Lied schon die Grundausrüstung zusammen hat. Aber weit gefehlt! Ganz heimlich mischen sich der Bass, Gitarre und Streicher dazwischen und der Song gewinnt auf eine famose Art an Volumen. An der passenden Stelle werden dann die Melodieinstrumente zurückgenommen, damit man die raunenden Worte von Cooper gut verstehen kann – dann geht’s wie gehabt mit gleichen Aufbau weiter. Nur leider hatten die zwei Jungs dann scheinbar kein Bock mehr auf n schickes Ende, denn plötzlich ist der Spuk vorbei. Die Interpretation mit Vergleichen zur Bibelgeschichte des verlorenen Sohns lass ich mal elegant zur Seite, schließe vielmehr mit einem Lob: Kann man sich prima anhören.
Die B-Seite ist mit „Wearing Influences on Our Sleeve-less-T-shirt“ im Stil des Debutalbums schön aber mit Ausrutscher. Der längere Anfangsteil plätschert gemütlich und sanft dahin und lässt Sonne aus den Boxen strahlen. Das einzige was man sich in diesem Augenblick wünscht, ist, dass es nie zu Ende gehen wird. Aber genau das passiert und zwar äußerst eklig. Man verzieht einfach unwillkürlich das Gesicht so doll es geht. Und der Part, der sich an diesen Ekel-Break anschließt ist auch mal überhaupt nix. Gott sei Dank gewinnt dann wieder der Anfangspart an Einfluss und man versöhnt sich allmählich, wenngleich eine gewisse Enttäuschung als Geschmack auf der Zunge bleibt.

Als kleines Fazit bleibt zu sagen, dass die beiden Singles nur bedingt mit der Qualität des Albums mithalten können. Dennoch stellen sie keinen vollkommenen Fehlgriff für Fans von Electric President dar. In der Hoffnung, dass ein kommendes Album etwas sorgfältiger gemacht wird, darf man sich aber schon ordentlich freuen.

S. Krutzinna
titel
CD 1: 01 Good Ol’ Boys | 02 Dotted Lines
CD 2: 01 I’m Not the Lonely Son (I’m the Ghost) | 02 Wearing Influences on Our Sleeve-less-T-shirts
Release: 29.06.06 bei Morr Music
|http://www.morrmusic.com|
cover
Bewertung:
3/5