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Spieltag 12: Bayern nur Unentschieden
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Spieltag 12: Bayern nur Unentschieden

er FC Bayern München ließ beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt erneut zwei Punkte liegen. Gleichzeitig gewann Werder Bremen mit 1:0 gegen Hansa Rostock und rückt damit näher an den Tabellenführer. Nach dem 2:1 Sieg gegen die Hertha macht der HSV aus dem Favoritenduo ein Trio.

Es ist wohl eher selten, dass Uli Hoeneß Sympathien für die Arbeit anderer Vereine zugibt. Bei Werder Bremen ist das anders. Der Bayern-Manager schätzt die Arbeit der Grün-Weißen sehr und sieht sie wohl immer als den Hauptkonkurrenten. Es scheint fast so, als ob er seiner Mannschaft den Auftrag gegeben hätte Punkte zu lassen, um dem Rest der Bundesliga vorhalten zu können, dass die Regentschaft in Fußballdeutschland in den Händen von Bayern und Werder liegt. Anders kann man es sich das torlose Unentschieden im Heimspiel gegen Frankfurt nicht erklären. Es ist nicht wie früher, dass die Bayern gegen Mannschaften, die sich in der eigenen Hälfte einigeln, nicht zurecht kommen. Gut gespielt haben sie ja, nur das Tor haben sie nicht getroffen. „Der Gegner war in seiner Dominanz so stark, dass er uns zu unserem Glück verhelfen musste“, kommentierte der Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen das Festival der vergebenen Chancen mit einer ordentlichen Portion Meyerschen Zynismus’. Toni und Klose schafften es immer wieder entweder das Tor um Meilen zu verfehlen oder Oka Nikolov anzuschießen.

Nach zwei Unentschieden der Bayern konnte Werder den mühsamen Pflichtsieg gegen Rostock nutzen um näher an den Tabellenführer zu rücken. Ein wichtiger Punktgewinn für die Bremer, die zur Zeit auch mal von diesen schmucklosen Siegen leben müssen. Der Offensivfußball aus dem Bielefeldspiel ist im Moment einfach nicht angebracht. Er würde dem schwer angeschlagenen Kader auch noch die letzten Kräfte rauben. Anstatt also wie in der Rückrunde manchem Gegner ins offene Messer zu laufen, fuhren die Bremer ihre Punkte unspektakulär ein. Eben diese Fähigkeit, sich auf die Möglichkeiten besinnen zu können, zeichnet laut öffentlicher Meinung eine Spitzenmannschaft aus. Es hat was vom Stil der Bayern in Hitzfelds erster Amtszeit.

Vier Punkte Vorsprung auf Werder Bremen muss man nach 12 Spieltagen aber erst mal haben. Also noch lange kein Grund zur Panik für die Bayern. Allerdings hat sich der HSV wohl dazu aufgeschwungen, das Hoeneßsche Konzept der Dualität zwischen Isar und Weser zu sprengen. Huub Stevens zeigt mal wieder, dass er mit dem Erfolg einen Pachtvertrag abgeschlossen hat. Immer dann, wenn er eine halbwegs solide Mannschaft mit einem Topstar trainieren darf, führt er sie zu Spitzenleistungen. In Hamburg hat er es wieder geschafft und zeigt damit, dass die HSVer in der letzten Saison einfach mit einem Seuchenjahr zu kämpfen hatten. Durch das 2:1 über die Hertha hat der Verein zu den Bayern aufgeschlossen und ist jetzt endgültig in Schlagdistanz. Als Überraschungsmannschaft nimmt den HSV trotzdem keiner wahr. Warum eigentlich nicht. Keine großartigen Neuzugänge, die dem Spiel neuen Flair bringen. Keinen Langzeitverletzten, die zurückkehren. Wie gesagt: Huub Stevens hat einen Pachtvertrag mit dem Erfolg.

Entgegen dem Standesdenken von Werder Bremen und Bayern München zeichnet sich an der Spitze der Bundesliga also ein Dreikampf ab. Daran Schuld ist aber ein Team aus dem Tabellenkeller. Cottbus hat Schalke 04 mit seinem 1:0 Heimsieg wohl endgültig aus dem Rennen geschossen. Nächste Woche reist der HSV nach Schalke. In München und Bremen wird man den beiden Konkurrenten dann wohl ein gerechtes Unentschieden gönnen.

B. Büchner