ei diesem Spieltag, so schien es, hatten die Spitzenteams alle machbare Aufgaben vor der Brust: Die Bayern zu Hause gegen Duisburg, Hamburg gegen den Tabellenletzten Cottbus, Schalke in Frankfurt, Bremen in Hannover – wer Meister werden will, muss gerade gegen die sogenannten „Kleinen" bestehen. Doch, o weh, am Samstagabend war die Überraschung groß und die Ausbeute klein: München und Hamburg mit mühsamen 0:0, Schalke nur 2:2 und Bremen gar 3:4 – das hatte man sich anders gedacht an Elbe, Weser, Isar und Ruhr. Doch woran lag's?
Die Gründe dafür scheinen in der Offensive zu liegen, allen voran die Bayern kränkeln vorne – unbegreiflicherweise, bei den Millioneninvestitionen vor der Saison. Doch Klose, Toni, Ribery und co brachten in den letzten 6 Spielen gerade einmal 4 Törchen zustande. Dabei konnte man sich bei den Nullnummern gegen Dortmund und Frankfurt immerhin noch zahlreiche Torchancen herausspielen, doch gegen Duisburg blieben auch diese Mangelware. Werden es jetzt die Edelreservisten Podolski, Schweinsteiger (der nach langer Knieverletzung sein Comeback feierte) oder gar Schlaudraff richten dürfen/müssen? Die Bayern scheinen auf jeden Fall zu abhängig von der Tagesform des Franck Ribery, zu ausrechenbar - eine Entlastung durch einen fitten Schweinsteiger kann hier nur gut tun.
Die Schalker tun sich dabei mit dem Toreschießen noch viel schwerer: Bisher brachte man gerade mal 24 Saisontore zustande, weniger als Teams wie Dortmund, Hannover oder Wolfsburg. Dabei liegt es weniger an den jungen Rakitic und Özil, die sich die Lincoln-Rolle ganz passabel aufteilen als vielmehr an der Chancenverwertung: Altintop wird bei den Fans nur noch „Altinflop" geschimpft, die Flügelstürmer Lövenkrands und Asamoah werden in diesem Leben auch nicht mehr zentrale Spitzen, und was macht eigentlich Sören Larsen? Kevin Kuranyi ist alleine im Sturmzentrum überfordert, hier scheint Abhilfe in der Winterpause dringend nötig.
Die einzige Mannschaft, die offensiv wirklich überzeugt, ist Bremen: Verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk schießen Sanogo, Rosenberg und Diego ihre Tore, mittlerweile 37 – was jedoch auch nichts hilft, wenn man hinten so desaströs steht wie bei Hankes drei Toren oder sich den Ball in Person von Kapitän Baumann gleich selber reinhaut. Das Bremer Spiel ist Risiko, lebt von der Gratwanderung starke „Offensive auf Kosten der Defensive", das weiß man. Dazu war in Hannover sicherlich auch viel Pech im Spiel. Aber man fragt sich schon, wie stark diese Bremer mit ein bisschen mehr Konzentration im Defensivbereich eigentlich sein könnten…
Auf jeden Fall muss in den Kreis der Meisterschaftsaspiranten spätestens jetzt ein neues Team aufgenommen werden: Bayer Leverkusen. Die gewannen gegen ihren „Kleinen" Rostock souverän mit 3:0, überzeigten in Defensive und Offensive und können an einem guten Tag jedes Team auseinandernehmen. Bleibt die Frage, ob sie die zuletzt gezeigte Konstanz (5 Siege in Folge) in und über die Winterpause konservieren können. Auf jeden Fall scheint die Bundesliga im Moment spannend wie nie…
Spieltag 16: Die Spitze schwächelt






