er Rauswurf von Mirko Slomka beendet eine Zusammenarbeit, die von Anfang an zur Farce verkam. Von vielen seit seiner Beförderung zum Chef-Trainer 2006 als Übergangslösung betrachtet, erreichte der studierte Mathematiker eine hervorragende Punktebilanz in der Liga und führte Schalke auch in die Riege der europäischen Elite. Fragt sich, was der 40 Jährige mit einem kompetenten Vorstand hätte erreichen können.
Josef Schnusenberg dürfte dieser Tage zufrieden sein. Er hat sein Ziel erreicht, Trainer Mirko Slomka ist entlassen. In den letzten Wochen hatte der Schalker Vorstandsvorsitzende durch ständige Kritik die Spekulationen auf einen Trainerwechsel angeheizt und so den Druck auf Slomka und dessen Fürsprecher Andreas Müller erhöht - der Widerstand des Teammanagers brach nach der 1:5-Schlappe in Bremen. Es ist immer ein gefährliches Spiel, wenn sich ein Vereinsoberhaupt öffentlich über das Personal äußert. Der Stuttgarter Aufsichtsratschef Dieter Hundt muss sich heute noch fragen lassen, warum er Meistertrainer Veh direkt nach dessen Einstellung als “Übergangslösung” bezeichnet hatte. Hundt und Schnusenberg haben übrigens eins gemeinsam: Sie haben nie selbst auf hohem Niveau Fußball gespielt.
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Aufmerksame Beobachter der Bundesliga wissen, dass die öffentliche Kritik eines Vereinsbosses selten zu sportlichen Erfolgen führt. Sogar die in dieser Saison starken Bayern hatten einen kleinen Durchhänger, nachdem der Vorstandsvorsitzende den Trainer harsch kritisiert hatte. Hitzfelds Rotation sei unangebracht und Fußball keine Mathematik; das ließ Karl-Heinz Rummenigge im Herbst verlautbaren.
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Nun stellt sich die Frage, ob Schnusenberg mit seinem in der Tat stillosen Vorgehen einen faulen oder einen gesunden Zahn gezogen hat. In dieser Saison war das Schalker Spiel meist wirklich nicht so schön anzusehen, wie man sich das im Umfeld erhofft hatte. Da muss man aber auch den für den Transfers verantwortlichen Müller in die Pflicht nehmen, der Spielmacher Lincoln vor der Saison durch den erst 19 jährigen Rakitic ersetzte. Und bei den zwei 0:1-Niederlagen gegen Barcelona und dem 1:5 in Bremen fehlte vor allem eins: Ein treffsicherer Stürmer. Auch wenn die Entlassung Slomkas von Müller mitgetragen wurde - hier ist auch ein Machtkampf zwischen Müller und Schnusenberg entschieden worden. Auch Müllers Position im Verein ist somit angekratzt. Nur einer darf weiterwurschteln wie er will: Jupp Schnusenberg.








