ittlerweile lässt sich eine hübsche Chronik folgenschwerer Fehler und Ausraster des Stuttgarter Abwehrchefs zusammenstellen. Der Portugiese, 2002 als teuerster Einkauf der Vereinsgeschichte nach Schwaben gekommen, könnte sich nach der Euro empfehlen.
Fernando Meira ein hervorragender Abwehrorganisator, der auch Qualitäten im Spiel nach vorne hat und deswegen so wichtig für das Stuttgarter “Überfallspiel” ist. Und in ca. 9 von 10 Spielen gibt es auch an seiner Leistung nix zu mäkeln - auch deshalb ist er seit zwei Jahren Kapitän beim VfB und mittlerweile feste Größe in Portugals Nationalteam.
Mit dem fährt er natürlich auch zur EM. Und es könnte sein, dass Horst Heldt auf gute Leistungen des Innenverteidigers hofft, die ein schönes Transferangebot für den 29 jährigen Meira ins Haus flattern lassen. Schon vor der Saison war Juventus Turin interessiert und bot angeblich 20 Millionen Euro - damals lehnte man ab. Vor allem aus Angst, die Meistermannschaft könnte auseinander fallen. Heldt im Juli 2007: ”Fernando ist der wichtigste Spieler und nicht nur auf dem Platz unverzichtbar für uns". Dass das mittlerweile anders aus sieht, hat drei Gründe.
Erstens ist der VfB nur für den UI-Cup qualifiziert. Heldt könnte den aktuellen Kader zwar auch ohne Einnahmen aus dem internationalen Geschäft bezahlen. Trotzdem muss man in Schwaben in dieser Saison ein wenig auf die Ausgaben achten und Spieler, bei denen das Preis-Leistungsverhältnis einfach nicht mehr stimmt, werden dann schnell verkäuflich.
Womit wir bei zweitens wären: Meira hat die Mannschaft immer wieder mit unerklärlichen Aussetzern in Verlegenheit gebracht. Situationen, in denen der Druck besonders hoch ist, scheinen dem Portugiesen Probleme zu bereiten. Angefangen hat das mit dem unglücklichen Eigentor im Champions League-Spiel Anfang 2004 gegen den FC Chelsea, das letztendlich das Aus für die Schwaben im Achtelfinale bedeuten sollte. Seitdem kommt es immer wieder vor, dass er der entscheidende Pechvogel ist. Manchmal liegt das auch an seiner Unbeherrschtheit: Mit sechs roten Karten hat er mittlerweile Thomas Berthold als Halter eines weniger bejubelten vereinsinternen Rekordes abgelöst. Zwar sind seine Fouls selten so schlimm wie im Pokalfinale gegen Nürnberg, als er Marek Mintal mit voller Absicht vom Platz trat (was ja bekanntermaßen und fälschlicherweise nur mit gelber Karte bestraft wurde). Er lässt sich aber zu oft auf Handgreiflichkeiten ein; so am 33. Spieltag mit Wolfsburgs Grafite oder im DFB-Pokalspiel gegen Wiesbaden. In Erinnerung habe ich auch noch eine Szene aus einem der letzten Spiele der Saison 2004/2005. Stuttgart kämpfte um den erneuten Einzug in die Champions League, Gladbach gegen den Abstieg. Meira bekam für ein Foul gelb, warf mit dem Ball Richtung Schiedsrichter und flog vom Platz. Stuttgart verlor seinen Abwehrchef und das Spiel und rutschte drei Spieltage später doch noch von Rang drei.
Drittens: Natürlich ist es auch nicht ausgeschlossen, dass Meira selbst eine Luftveränderung bevorzugen würde. Nach der Euro ist er 30 Jahre alt - vielleicht seine letzte Chance, es doch mal bei einem europäischen Spitzenclub zu versuchen. Schon beim Turiner Angebot sollen seine Aussagen pro Stuttgart nicht ganz eindeutig gewesen sein.
Wenn Meira eine gute EM spielt, werden mit Sicherheit Angebote in zweistelliger Millionenhöhe auf Heldts Schreibtisch liegen. Er wird diesmal sicher zumindest etwas länger darüber nachdenken.







